Wer regelmäßig Autos mit einem konventionellen Antrieb fährt, muss bei E-Fahrzeugen etwas umdenken. Es bedarf eines vorausschauenden Fahrens, das etwas Übung erfordert. Dies beginnt bereits bei der Planung von Route und Zeit. Die Reichweite – zwischen 100 und 200 km je nach Model, ein Tesla schafft 450 km – bedingt, sich bereits vor Fahrbeginn einen Überblick nach Tankmöglichkeiten zu verschaffen. Im Falle von Kurzstrecken im Bezirk ist das unproblematisch. Bei längeren Strecken ist das absolut ratsam, obwohl viele Autos mit einem internetbasierten Navigationssystem ausgestattet sind.

Was tatsächlich zu ersten Irritationen beim Starten führen kann, dass die Batterieanzeige trotz Volltankens nicht die optimale Reichweite anzeigt. Das begründet sich durch den Bordcomputer, der aus den vorangegangenen Fahrten einen Durchschnittsverbrauch ermittelt und diesen auf die Reichweite umlegt. Bergauf oder „unter Last“ verbraucht das E-Auto entsprechend Energie. Automatisch sinkt die Reichweite. Jedoch relativiert sich diese z. B. bei jedem Bremsvorgang, da diese Kraft wieder in nutzbare Akkuleistung umgewandelt wird. Nach ein paar Fahrten bekommt man ein Gefühl dafür und weiß, wie es funktioniert.

Gerade bei längeren Strecken können Situationen entstehen, die für einen gewöhnlichen „Konventionell-Antriebs-Lenker“ zur Herausforderung werden: Stau, Hitze, Kälte oder gar die letzte E-Tankstelle nicht genutzt. Es beginnt ein Spiel mit der Tankanzeige, besonders, wenn man im Hinterkopf hat, welche Stromverbraucher wie Licht, Klimaanlage, Gebläse oder Multimedia-Device ebenfalls vom Akku gespeist werden. Wir haben ein paar Fakten von erfahrenen E-Auto-Lenkern zusammengestellt, die für entspanntes, aber wie gesagt vorausschauendes Fahren sorgen sollen:

Im ECO–Modus zieht die Klimaanlage (nach einer Anlaufphase) max. 1 kW. Damit könnte man theoretisch einen ganzen Tag lang im Stau stehen ohne, dass nennenswert der Akku entleert wird. Jedoch: Ohne ECO-Modus kann die Klimaanlage bis zu 3 kW verbrauchen!

Das Gebläse verbraucht höchstens 100 W. Das ist für den Verbrauch unkritisch, selbst an heißen Tagen.

Wenn der Innenraum runtergekühlt ist, geht auch die von der Wärmepumpe benötigte Leistung runter. Die Leistungsanzeige (bei FLUGS rechts auf der Armatur kann dann sogar 0 kW anzeigen.

Radio, Licht und andere Bordenergieverbraucher werden aus der kleinen 12-V-Batterie gespeist. Diese wird zwar vom Antriebsakku nachgeladen, aber auch dieser Verbrauch ist zu vernachlässigen. Das macht bei 120 km Reichweite nur ein bis zwei Kilometer aus.

E-Auto fahren ist also Gewöhnungs- und Erfahrungssache. Mit der Zeit wird man entspannter, wenn man weiß, wie die beiden Anzeigen – Reichweite und Leitung – zu deuten sind. Und ist man ehrlich: Wie ist es einem bei den ersten Fahrten in einem konventionell angetriebenen Wagen ergangen? Das Aufleuchten von Serviceleuchten hat irritiert, und wenn das Signal des Reservetanks ertönte, kam auch Unruhe auf verbunden mit Berechnungen zur Reichweite.

Es ist alles eine Sache der Übung, des Vertrauens und des Kopfes. Gute Fahrt mit dem FLUGS!