FLUGS: E-Mobilität der Regionalenergie Osttirol

Nachhaltigkeit, Schonung der Umwelt, Regionalität und der genossenschaftliche Gedanke stehen beim E-Carsharing der Regionalenergie Osttirol im Vordergrund.

Ein Auto kostet Geld. Die Anschaffung ist im Vergleich zum Unterhalt der geringere Kostenanteil. Das Verhältnis zwischen Ausgaben und Nutzung steht oft in keiner wirtschaftlichen Relation. E-Carsharing ist eine wirtschaftliche Option zum Zweitwagen, insbesondere für Kurzstrecken im Bezirk. Auch für Firmen ist E-Carsharing eine Alternative zum Fuhrpark.

FLUGS entlastet das „Geldbörsl“, da Ende des Monats mehr Geld in der Haushaltskasse sein wird! Denn: Bezahlt wird effektiv nur für das Fahren und nicht dafür, das Auto stehenzulassen! Außerdem leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Umwelt, weil kein Schadstoffausstoß entsteht.

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Eigentum verpflichtet – Teilen ist cleveres Nutzen

 

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Das wichtigste auf einen Blick.

Die Preisstruktur setzt sich aus dem einmaligen Jahresbeitrag zusammen. Für die Benutzung fällt ein Entgelt pro Stunde und ein Betrag pro gefahrenen Kilometer an. Weitere Informationen finden sie hier im Preisblatt

Ein Auto kostet Geld. Die Anschaffung ist im Vergleich zum Unterhalt inzwischen der geringere Kostenanteil. Das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzung steht in vielen Fällen in keiner wirtschaftlichen Relation. Gezahlt wird für das Stehen und weniger fürs Fahren. Das Carsharing ist eine Lösung, um das Auto effektiver auszulasten. Der Begriff „sharing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet teilen – das gemeinschaftliche Nutzen eines Fahrzeugs.

Dabei hat das Carsharing seinen Anfang 1948 in Zürich/Schweiz genommen. Jedoch setzte sich die Idee erst in den 1980er Jahren weiter durch. In Österreich gibt es das seit 1997. Zwei Arten werden unterschieden: das private und das kommerzielle Carsharing, welches sich im urbanen Raum durchgesetzt hat. Im ländlichen Bereich sind die Betreiber oft Vereine. Die deutsche Stiftung Warentest errechnete beispielhaft bei 5.000 km/p.a. monatliche Kosten von 138 Euro beim Carsharing gegenüber 206 Euro für ein eigenes Auto. Carsharing24/7 rechnet vor, dass mit einem privat geteilten Fahrzeug bis zu acht Pkws ersetzt werden können. Außerdem: Drei Fahrten mit einem kommerziellen Gemeinschaftswagen kosten ca. 109 Euro wohingegen bei dieser Plattform ab rund 50 Euro Gebühren anfallen.Carsharing ist eine wirtschaftliche Option anstatt eines Zweitwagens insbesondere für Kurzstrecken. Hier liegt der Schlüssel für Elektromobilität: das E-Carsharing. Das Vorarlberger Unternehmen Caruso hat sich zum Ziel gesetzt, den Aufbau selbst organisierter Carsharing-Gruppen zu erleichtern besonders im Hinblick auf E-Autos. Sie bieten ein System an, bestehend aus Software und erforderlicher Technik, das schnell am Gemeinschafts-Pkw installiert ist. Damit wird E-Carsharing unkompliziert für Privatpersonen, Firmen und Gemeinden. Auf der Homepage von Caruso Carsharing wird die Idee übersichtlich erklärt.

Bei den Antriebsarten muss sich generell die Frage gestellt werden: „Wofür wird das Auto verwendet?“ Geht es um große Reichweiten, wie z.B. Geschäftsfahrten oder Urlaub, dann liegt der Vorteil beim Verbrennungsmotor. Für alle anderen Fahrten des täglichen Lebens ist das E-Auto die Zukunft. In Verbindung mit dem Gedanken „des Teilens“ spricht neben dem Umweltaspekt auch der Ökonomische für das Carsharing.

  • Funktioniert das E-Car im Alltag?

    Ein Erfahrungsbericht von Christian Pichler

    Die Entscheidung für ein Auto mit Elektroantrieb fiel vor über einem Jahr nach einer zweitägigen Probefahrt. Meine Frau und ich sind mit dem Wagen im gesamten Bezirk Osttirol unterwegs gewesen – Tal- sowie Bergstrecken. Wir stellten fest, dass wir auf nichts verzichten müssen und es ein entspanntes Fahren ist. Wir kauften uns den Renault ZOE.

    Nach 13 Monaten haben wir gute Erfahrungen gemacht. Im Sommer beträgt die Reichweite ca. 170 km. Im Winter sind es 90 km, aber das ist für Fahrten im Bezirk ausreichend. Selbst in die Steiermark sind wir gefahren und brauchten nur zwei Ladestopps à 45 min. Die „Tankstellen“-Infrastruktur in Tirol ist allerdings ausbauwürdig. In Kärnten hingegen ist sie top! An Servicekosten sind für uns bisher nur 150 Euro angefallen. Unser Fazit: Das E-Car ist alltagstauglich und eine runde Sache.

  • Kann der FLUGS problemlos bergauf fahren?

    Jan Schäfer

    Diese Frage habe ich öfter gehört, während ich für den Verein e-tirol den FLUGS vorgestellt habe. Unterschwellig schwingt bedingtes Vertrauen in die E-Mobilität mit. Was können E-Autos wirklich leisten? Sind sie mit einem Benziner oder Diesel vergleichbar? Meine eigenen Erfahrungen waren bisher nur auf den Lienzer Talboden begrenzt.

    Der FLUGS, ein Renault ZOE, hinterließ dabei immer einen sehr guten Eindruck. Ohne Einschränkung hält das Auto im laufenden Verkehr mit. Bereits ein geringfügiges Antippen des Gaspedals reicht aus und der Impuls wird sofort auf die Räder übertragen. Ohne Verzögerung ist der Antrieb da. Der kraftvolle Antrieb ist dabei spürbar. Der Vorteil ist, die Beschleunigung erfolgt nahezu geräuschlos. Daran muss man sich jedoch erst gewöhnen, falls man bisher nur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gefahren ist. Bei einer Fahrt über Land mit höheren Geschwindigkeiten ist das Innengeräusch mit dem vergleichbar, wenn man in einem Flugzeug sitzt. Das Gefühl des Gleitens stellt sich ein.

    Die Beschleunigung des FLUGS verblüfft auch einige andere Verkehrsteilnehmer. Besonders bei Rotphasen an der Ampel ist zeitweilig an den Gesichtern des nächsten Autofahrers abzulesen: „Oh, mein Gott ein E-Fahrzeug!“ Gleiches lässt sich gelegentlich erfahren, wann immer man auf der Bundesstraße unterwegs ist. Die Überraschung ist offensichtlich, sobald der Renault ZOE beschleunigt wird – schneller als mancher denkt. E-Auto bedeutet keinesfalls untermotorisiert.

    Was den Talboden betraf, kann ich diese Aussage nur unterstreichen. Vor Kurzem durfte ich im Rahmen einer Veranstaltung auf dem Strumer Hof (Matrei / Hintereggkogel) den FLUGS und das E-Carsharing vorstellen. Ich war gespannt, wie sich der kleine Flitzer am Berg macht. Von Lienz nach Matrei stellte keine Herausforderung dar. Auch auf der teilweise steilen Bergstraße von Matrei über Zedlach zum Strumer Hof überzeugte der 65 KW / 88 PS starke E-Antrieb. Mühelos ist der Wechsel zwischen Abbremsen und Beschleunigung. Aus dieser Sicht gesehen, ist kein Unterschied zu Autos mit einem Verbrennungsmotor festzustellen.

    Was mich etwas erstaunte, war die Abnahme der zur Verfügung stehenden Energie – quasi dem Tankinhalt. In Lienz wurden mir 140 km Reichweite angezeigt. Als ich an meinem Ziel ankam, waren es nur 78 km. Vom Hörensagen wusste ich, dass sich beim Bergabfahren die Reichweite wieder etwas erhöht. Vereinfacht gesagt entsteht das beim Abbremsen, da diese Energie teilweise zurückgeführt werden kann. Als ich wieder auf die Bundesstraße Richtung Lienz einbog, war der Anzeigenstand 94 km wieder angestiegen.

    Fazit: Der FLUGS ist absolut alltagstauglich und für Fahrten im Bezirk auf jeden Fall geeignet

  • Von Hannover nach Osttirol in einem ZOE E-Auto: ein Erfahrungsbericht

    Jan SchäferOft wird das Bedenken geäußert, dass man mit einem E-Auto wenig Reichweite hat. Wir sind es durch die konventionellen Motoren einfach gewohnt, einzusteigen und Entfernungen (theoretisch) von 700 bis 1.200 Kilometer mit einer Tankfüllung zurückzulegen. Hybridmodelle, also Autos mit einem kleinen Verbrennungsmotor zur Unterstützung des eigentlichen E-Antriebs, kommen schon an die Reichweiten von Benzinern und Dieselfahrzeugen heran. Ein Fahrzeug mit einem Elektroantrieb schafft je nach Typ, Fahrweise und Akkugeneration zwischen 100 und 240 Kilometer. Zwar werden täglich und durchschnittlich nicht einmal diese Distanzen gefahren, doch wird genau dieser Punkt skeptisch von vielen Menschen betrachtet.

    Erfreulich ist es, wenn es Vorreiter gibt, die zeigen, was mit einem E-Auto alles möglich ist. Vor ein paar Tagen erhielten wir von e-tirol ein Mail von einem Urlaubsgast, der aus Hannover mit seinem Renault ZOE nach Osttirol kam. Die Distanz zwischen der im Bundesland Niedersachsen gelegenen Hauptstadt nach Osttirol beträgt rund 860 km! Hier der Bericht von Stephan Hilchenbach:

    „Hallo, ich habe gerade auf eurer Website den Erfahrungsbericht von Christian Pichler gelesen und möchte euch kurz ergänzend mittteilen, dass wir in diesem Jahr von Hannover nach Matrei i.O. mit unserer ZOE gefahren sind, um unseren Urlaub hier zu verbringen! :) Die Fahrt klappte ausgezeichnet und völlig problemlos. Man muss natürlich etwas mehr Reisezeit einplanen, aber die Fahrt gehört ja schon zum Urlaub dazu. Die Ladeinfrastruktur in Matrei könnte allerdings deutlich besser sein – wenn der Wirt der Alten Mühle (Red. Anmerkung: Marcel Karolyi-Steiner, Geschäftsleiter, AlpenParks Hotel Matrei / Wirtshaus & Restaurant “Alte Mühle”) nicht eine CEE-Dose zum Laden zur Verfügung stellen würde, wären wir hier doch ziemlich aufgeschmissen. Zum Laden jedes Mal nach Lienz zu fahren wäre jedenfalls unzumutbar. Ich hoffe sehr, dass noch mehr Gastwirte erkennen, dass sie mit der Bereitstellung von Lademöglichkeiten (am besten mind. 22kW Typ 2) eine solvente Klientel anziehen können.

    Das elektrische Fahren in den Bergen funktioniert jedenfalls ausgezeichnet, und ich freue mich nach jeder Bergabfahrt über die zurückgewonnene (rekuperierte) Energie! :) Zu meinem Erstaunen stelle ich übrigens fest, dass ich hier in den Bergen einen geringeren Durchschnittsverbrauch habe als bei uns im Flachland! Obwohl berghoch manchmal ordentlich kW abverlangt werden. Aber durch die Rekuperation bergab und meine im Urlaub generell entspannte Fahrweise gleicht sich das offenbar mehr als aus. Super! Elektroautos sind für Berge wie geschaffen! :)“

    Stephan Hilchenbach hat uns versprochen, einen detaillierten Fahrbericht zu senden, wenn er wieder in Hannover ist. Außerdem hat er freundlicherweise zwei Bilder zur Verfügung gestellt, die seinen ZOE in Innergschlöß zeigen und belegen, was alles möglich ist.

    Danke vielmals dafür!

  • FLUGS ist mehr als nur das „Ausleihen“ eines Fahrzeugs

    Jan Schäfer 29. Juli 2015Das Wort „E-Carsharing“ ist für etliche Menschen sperrig und verwirrend. Deshalb ist „FLUGS“ kaum mit ein paar Schlagworten erklärt. Carsharing wird fälschlicherweise gelegentlich mit „Autovermietung“ im gewöhnlichen Sinne gleich gesetzt. Das ist es definitiv nicht. Der Begriff „E-Carsharing“ setzt sich aus den englischen Wörtern „E“ für electric (Elektroantrieb), „Car“ – bezogen auf das Auto oder Fahrzeug – und sharing, was die uneigennützige Komponente – das Teilen – dieses Fahrzeugs beschreibt. Der angelsächsische Ausdruck wird oft im Deutschen mit Gemeinschaftsauto übersetzt. Hier wird der soziale Aspekt deutlicher.

    Im Gegensatz zu konventionellen Autovermietungen ist das Carsharing generell ein kurzzeitiges oder gar nur minutenweises Entleihen von Fahrzeugen gegen eine Gebühr. Das Carsharing hat seinen Anfang 1948 in Zürich/Schweiz genommen. Jedoch setzte sich die Idee erst in den 1980er Jahren weiter durch. In Österreich gibt es das Carsharing seit 1997. Es werden dabei zwei Arten unterschieden: das private und das kommerzielle Carsharing, das sich im urbanen Raum durchgesetzt hat. Mittlerweile setzt sich der Gedanke des „Gemeinschaftsautos“ ebenso vermehrt im ländlichen Raum durch. Hier sind die Betreiber oft Vereine. Die deutsche Stiftung Warentest errechnete beispielhaft bei 5.000 km/p.a. monatliche Kosten von 138 Euro beim Carsharing gegenüber 206 Euro, die ein eigenes Auto kosten würde. Diese Tatsache kann ein kalkulatorisches Kriterium bei der Überlegung eines Zweitwagens sein. Carsharing ist eine wirtschaftliche Option insbesondere für Kurzstrecken.

    Idealweise befinden sich an Verkehrsknotenpunkten wie an Bahnhöfen, Bushaltestellen, öffentlichen Parkplätzen von Stadt- oder Einkaufszentren sowie touristischen Ausgangspunkten Stationen, an denen sich die Parkplätze der Carsharing-Autos befinden. Im Falle der E-Fahrzeuge sind in der Regel E-Tanksäulen zum Aufladen vorgesehen. Die vorab reservierten Pkws werden meist genutzt, um von diesen Knotenpunkten aus abgelegenere Ziele zu erreichen. Carsharing ist gleichwohl eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Es ist ein Mittel der „kombinierten Mobilität“.

    FLUGS basiert auf genau diesen Überlegungen. Dabei steht das Verkehrskonzept am Anfang und soll schrittweise im Bezirk ausgebaut werden. Es soll eine flächendeckende und sozialverträgliche Mobilitätsalternative sein, die Lücken in der allgemeinen und privaten Verkehrsinfrastruktur deckt – so die Vision. Neben dem reinen Fortbewegungsgedanken kommt bei FLUGS noch der Umweltaspekt hinzu: Dank Elektroantrieb entsteht kein Schadstoffausstoß, das Auto ist CO2-neutral und schont daher die Umwelt. Wird außerdem Strom aus regenerativen Quellen genützt, kommt das zusätzlich der Umwelt zugute. Davon profitiert auf mittlere und längere Sicht ganz Osttirol.

    Darüberhinaus ist FLUGS auch ein soziales Projekt von bezirksweiter Bedeutung. Diese Tragweite ist jedoch noch nicht allgemein bekannt. Wird FLUGS von den Gemeinden in Osttirol übernommen, ist neben der verbesserten Infrastruktur und einem zusätzlichen Service für die BürgerInnen auch ein weiteres integratives Moment geschaffen. Dann verbindet FLUGS Menschen, Bedürfnisse und Orte. Gelingt dieser Durchbruch, wäre das österreichweit einmalig und vorbildlich. Schon jetzt ist das Konzept in Tirol einmalig und findet in ganz Österreich Beachtung.

    Durch die Nutzung von FLUGS stehen Menschen schon automatisch bei der Reservierung miteinander in Kontakt. Über die Reservierungsplattform besteht die Möglichkeit der Kommunikation z.B. für Absprachen oder Mitfahrgelegenheiten, was den Tenor des „Teilens“ unterstreicht. Wird FLUGS in einer Gemeinde eingesetzt, so erhält das jeweilige Auto auf der Motorhaube das entsprechende offizielle Branding wie das Wappen oder ein spezielles Logo der Gemeinde. Es ist dann das Gemeinschaftsauto einer Gemeinde, was integriert und Verantwortung beinhaltet. Da alle Fahrzeuge des E-Carsharings ansonsten das gleiche Grunddesign haben, würde FLUGS den Bezirk Lienz verbinden: Das WIR in Osttirol wäre für alle erfahrbar.

  • Mit dem FLUGS nach Klagenfurt – ist das möglich?

    Ein Fahrbericht
    Jan Schäfer

    Das Thema Reichweiten wird immer wieder bei E-Autos angesprochen und diskutiert. Gleich, ob es in der Fachpresse ist oder im Gespräch mit Interessierten. Im Allgemeinen und nach der Erfahrung von e-tirol sind Strecken bis 120 Kilometer absolut unbedenklich zu fahren. Mit dem FLUGS ist jeder Punkt im Bezirk hin und retour sicher erreichbar. Dabei muss das Ziel nicht unbedingt im Tal liegen. Bergstrecken können ebenfalls sorglos eingeplant werden. Nun kann es vorkommen, dass ein Auto für eine längere Strecke benötigt wird, aber der einzige Wagen in der Familie bereits unterwegs ist. Wäre der FLUGS eine Alternative?

    Da wir vom FLUGS absolut überzeugt sind, machten wir den Selbsttest. Das Ziel war der Flughafen Klagenfurt, da öfter Gäste oder Geschäftspartner von dort abgeholt und dann wieder hingebracht werden wollen. Bei einem Auto mit einem konventionellen Antrieb, setzt man sich einfach ans Steuer, fährt los und benötigt je nach Verkehrslage eineinhalb bis zwei Stunden für die Strecke von Lienz aus. Beim E-Fahrzeug ist es etwas anders. Vor der Abfahrt ist es ratsam schon mal im Internet nach Tankstellen unter beispielsweise www.e-tankstellen-finder.com nachzuschauen, wo Lademöglichkeiten für unterwegs bestehen. Auf dem Parkplatz des Flughafens Klagenfurt befindet sich direkt gegenüber den Terminals eine Ladestation, wie sie ebenfalls in Lienz steht.

    Theoretisch wäre es möglich, mit dem FLUGS ohne Zwischenstopp die 142 Kilometer zu bewältigen. Dieses Wagnis wollten wir beim Test nicht eingehen und entschieden uns in Villach zu tanken. Dort befindet sich gegenüber vom ÖAMTC Österreichs größte E-Tankstellenanlage inklusive diverser Optionen für einen Kaffee oder etwas zu essen, um die Ladezeit angenehm zu überbrücken.

    Für die Fahrt planten wir also zweieinhalb bis drei Stunden ein. Bis Villach verlief die Fahrt so wie mit jedem anderen Auto auch, nur dass der Geräuschpegel wohltuend niedriger ist. Durch das Führen mittels eines Navigationsgeräts war der ÖAMTC leicht gefunden. Jedoch liegt die „Supertankstelle“ dem ÖAMTC Stützpunkt unscheinbar gegenüber. Man muss schon sehr genau hinsehen, um die grün markierten Parkflächen mit den Ladesäulen zu finden. Neben den gewohnten Ladesäulen befinden sich Tankstellen für den Tesla dort sowie drei Supercharger inklusive drei verschiedener Ladekabel, die an der Ladevorrichtung angeschlossen sind. Wer Glück beim „Betanken“ hat, kann einen Tesla beim Aufladen sehen. Es ist schon beeindruckend, wie E-Autos aussehen können!

    Wir entschieden uns für die Schnellladestation. Innerhalb von 30 Minuten sollte der FLUGS bei 40 Restkilometern komplett aufgeladen sein. Ohne Besonderheiten ging es weiter zum Flughafen, der in nur zwei Stunden inklusive Aufladung erreicht wurde. Hier ging der FLUGS für die Rückfahrt wieder an die E-Tankstelle. Die Zeit fürs Warten auf die Gäste, das Auschecken und die Begrüßung war ausreichend um wieder 100% Kapazität zur Verfügung zu haben. Auf der Rückfahrt waren wir drei Personen plus zwei Koffer und das Thermometer zeigte 37 Grad an. Diese Details sind wichtig für den weiteren Verlauf des Tests.

    Kurz hinter Klagenfurt ereignete sich ein Unfall. Die Autobahn wurde gesperrt. Wir hatten Glück und konnten den Abzweig Velden benützen. Jedoch brauchten wir für diese knapp zwei Kilometer dorthin eine gute halbe Stunde. Wegen der Wärme war das Gebläse an, aber die Klimaanlage wurde vorsorglich abgeschaltet, um Strom zu sparen. Alle Stromquellen werden aus einer Batterie versorgt, die auch für den Antrieb zuständig ist. Je länger wir standen, desto mehr nahm die Reichweite ab. So wurde schließlich auch das Gebläse ausgestellt, was unglaublich viel Energie benötigt, damit die Ladestation in Villach sicher erreicht werden kann. Im Schritttempo ging es durch Velden zur übernächsten Autobahnauffahrt. Mit 70 Kilometer Reichweite im „Tank“ erreichten wir wieder die E-Tankstelle in Villach.

    Voll aufgeladen ging es danach weiter. Hinter Spital bereits auf der Bundesstraße befindlich, zeigt die Distanzanzeige nur noch 40 Kilometer an. Das hätte für Lienz nicht mehr gereicht. Das Navigationsgerät hat die Option der Lademöglichkeit während der Fahrt anzuzeigen. Aufgrund der noch vorhandenen Reichweite verwies jedoch das Navigationssystem darauf, dass keine Berechnungen für die nächste E-Tankstelle möglich sind. Wir probierten dennoch so dicht, wie es geht, an Lienz heranzu- fahren. Das Minimalziel war Dölsach, da dort unser Vereinsmitglied Martin Kollnig auf seinem Firmengelände eine Ladevorrichtung hat.

    Zum Sparen vom Strom wurden alle Energieverbraucher ausgestellt und der FLUGS in den ECO-Modus geschaltet. Ferner fuhren wir nur noch um die 80 km/h und nutzten die Bremswirkung des Autos zum Aufladen der Batterie. Mit dieser Taktik schafften wir es tatsächlich bis Lienz und hatten am Ende sogar fast 30 Kilometer Reichweite buchstäblich „erbremst“.

    Fazit: E-Auto fahren, heißt den Kopf einschalten. Neben der Planung für Zeit und Lademöglichkeiten, müssen weitere Faktoren bedacht werden – Temperatur und Gewicht! Das hatten wir bei der Rückfahrt nicht bedacht. Deswegen verbrauchte der FLUGS mehr Strom als auf der Hinfahrt. Wir hätten einen Stopp mehr einplanen müssen, um entspannter zu fahren.
    Dennoch: Wer das bedenkt, kann ohne Probleme auch größere Distanzen mit einem E-Mobil fahren ohne auf die Vorzüge von Radio, Klimaanlage oder dem Bluetooth-System verzichten zu müssen. Der FLUGS ist eine Alternative.

  • Mit dem Elektroauto von Hannover nach Osttirol

    Ein Reise- und Erfahrungsbericht

    von Stephan Hilchenbach

    Juli 2015

    Letztes Jahr haben wir uns für unsere Urlaubsfahrt von Hannover in den Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol noch einen Verbrenner von Freunden geliehen. Dieses Jahr will ich keine Kompromisse mehr eingehen und auch diese Fahrt mit unserem Elektroauto Renault ZOE machen.

    Gleich vorneweg: Alles klappt viel besser als befürchtet und die ZOE bewährt sich in den Alpen hervorragend!

    Reiseplanung

    Von Benthe bei Hannover nach Matrei in Osttirol sind es rund 850km.

    Die Ladeinfrastruktur auf der Nord-Süd-Achse hat sich im letzten Jahr erfreulich verbessert. Sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt kommen wir mit jeweils 8 Ladehalten aus, die wir auf 3 Tage für die Hinfahrt und auf 2 Tage für die Rückfahrt verteilen. (Auch die Hinfahrt wäre in 2 Tagen machbar, aber wir besuchen bei der Gelegenheit noch Freunde in Bayern.)

    Ich plane konservativ mit üppigen Sicherheitsreserven, d.h., zwischen zwei Ladehalten liegen max. 120km. Tatsächlich schafft die ZOE im Sommer bei gemäßigter Fahrweise (max. 100km/h auf Autobahnen) 150-160km.

    Hitzewelle

    Pünktlich zum Reisebeginn am Samstag, dem 4. Juli 2015, bricht eine Hitzewelle über Deutschland herein. Für Süddeutschland werden Temperaturen bis 40°C vorhergesagt. Und wir müssen genau da durch. Ein Härtetest für Mensch, Tier und Technik.

    Hält der Akku das durch? Immerhin wird er durch abwechselndes Fahren und Laden auf so langer Strecke so dauerbelastet wie noch nie, und das am oberen Ende seines Temperaturfensters.

    Er hält. Es sind auch keine Reichweiteneinbußen zu verzeichnen. Beim Laden unterwegs wirft die ZOE allerdings alle verfügbaren Lüfter an, das ist schon eine ungewohnte Geräuschkulisse. Und die Rekuperationsleistung wird gedrosselt; teilweise werden nur noch einstellige kW-Werte beim Bremsen erreicht. Ansonsten gibt es keine hitzebedingten Probleme.

    Anreise

    Die ersten beiden Reisetage verlaufen problemlos. Alle öffentlichen Ladestationen funktionieren. Wir weichen nur ein Mal auf eine private Alternative aus, weil eine Säule durch eine andere ZOE belegt ist und wir nicht warten wollen.

    Am dritten Tag wird es spannend, denn jetzt geht es hoch in die Alpen, über den Pass Thurn und die Felbertauern.

    In Kufstein (500m) laden wir nochmal voll. Da ich nicht weiß, wie viel Akkuladung uns der Pass Thurn (1.274m) kosten wird, plane ich die nächste Ladung schon in Mittersill (790m). Bis dahin sind es über Kitzbühel rund 65km, das sollte auf jeden Fall drin sein.

    Die Strecke erweist sich als ohne Probleme zu bewältigen. Bergauf schwimmt die ZOE locker mit 70-80km/h im Verkehr mit, und nach dem Pass Thurn gewinnt sie durch Rekuperation bergab eine um die andere kWh zurück, dass es eine Freude ist! In Mittersill angekommen zeigt das Display noch stolze 97km Restreichweite an!

    Das ist aber auch gut, denn als ich zur Smatrics-Ladesäule im M-Preis komme, leuchtet diese rot und im Display steht „Ladesäule außer Betrieb” – genau das ist der Albtraum aller Elektromobilisten.

    Aber mit den satten 97km auf der Reichweitenanzeige sollten die restlichen 40km bis Matrei i.O. ohne Probleme zu schaffen sein, trotz der über 800 Höhenmeter, die wir bis zum Felbertauerntunnel-Ausgang (ca. 1.630m) noch erklimmen müssen. Danach geht es dann bis Matrei nur noch abwärts.

    Alles klappt wunderbar. Bis zum Tunnel verbrät die ZOE zwar ordentlich Strom, aber danach rollen wir rekuperierend rund 15km nur bergab. In Matrei zeigt ZOE noch 69km Restreichweite an. Wow. Das hätte ich nicht gedacht. Jetzt könnten wir glatt noch weiter fahren, bis zur nächsten öffentlichen Ladestation in Lienz (rund 28km). Das geht also locker mit der ZOE: in einem Rutsch von Kufstein bis Lienz. Gut zu wissen.

    Wir müssen jedoch wieder zurück bis fast zum Tunnel und dann sogar noch höher, denn wir haben für unseren Urlaub eine Almhütte im Innergschlöß gemietet. Das sind nochmal rund 20km und über 700 Höhenmeter. In Matrei hole ich jetzt nur den Schlüssel für die Hütte und eine RFID-Karte für den Schranken. Auch will ich nochmal kurz nachladen, damit es nicht eng wird.

    Matrei i.O. hat leider noch keine öffentliche Ladestation. Ich hatte im letzten Jahr Kontakt zum Tourismusverband Osttirol aufgenommen und auch sehr nette Mails zurückbekommen, aber getan hat sich leider gar nichts. Erstaunlich eigentlich, denn es gab damals eine Bis-zu-100%-Förderung der TIWAG/TINETZ zur Errichtung von Ladesäulen (max. 20.000,- €). Worauf will man da noch warten?

    Aus dem GoingElectric-Stromtankstellenverzeichnis habe ich die Info, dass der Wirt der „Alten Mühle” in Matrei einen Kraftstromanschluss (CEE-Dose) zum Laden von Elektroautos zur Verfügung stellt. Daran kann ich die ZOE mit meiner mobilen Ladebox EVR3 anschließen. Dort fahre ich jetzt hin. Jedoch – es ist Montag, und Montag ist in der Mühle Ruhetag.

    Das allerletzte Stück schaffen wir auch noch so. Vorsichtig und relativ langsam (max. 70km/h) fahre ich wieder Richtung Tunnel hoch. Kurz vorher biege ich links zum

    Tauernhaus ab. Dran vorbei, durch den Schranken und noch 4km und 180 Höhenmeter auf schmalem Weg bis ins Innergschlöß. Mit einstelligem Akku-Prozentwert kommen wir an der Hütte an. Geschafft! Tags darauf lasse ich mich nach Matrei herunterrollen und dann klappt auch das Laden an der Alten Mühle.

    Laden im Urlaub

    Unsere Almhütte hat keinen Stromanschluss. Sie hat ein kleines Solarpanel auf dem Dach und eine Autobatterie auf dem Dachboden – das reicht für die abendliche Beleuchtung in den Zimmern, aber für mehr auch nicht. Im Innergschlöß laden wir ein paar Mal über Nacht an einer Schukodose am Kälberstall. Aus unbekannten Gründen bricht die Ladung hier aber oft ab.

    Als zuverlässig nutzbar erweisen sich in unserem Urlaub nur zwei (nicht öffentliche) Lademöglichkeiten in Matrei i.O.: bei der schon erwähnten Alten Mühle und auf dem Simiterhof im Ortsteil Bichl, wo wir für unsere dritte Woche nochmal eine Ferienwohnung mieten. Es sind jeweils CEE-16-Dosen, an denen die ZOE mit 11kW in rund drei Stunden von leer auf voll geladen werden kann. Ich veranschlage pro Ladevorgang immer jeweils gut aufgerundete 5,- € und begleiche entsprechend. Außerdem essen und trinken wir bei jedem Ladevorgang in der Mühle auch gleich dort. (Naaa? Andere Wirtsleute, klingelt da was?) Vielen Dank nochmals an die Betreiber!

    Ohne eigene mobile Ladebox hätten wir allerdings im Urlaub hier nicht laden können. Damit wäre die Region als Urlaubsort für uns ausgeschieden. Letztes Jahr war es noch so, dass wir unbedingt hierher wollten, die elektrische Anreise aber noch für zu unsicher und umständlich hielten und uns lieber einen Verbrenner geliehen haben. Diese Unsicherheit haben wir dieses Jahr im Praxistest ausgeräumt. Künftig werden wir nur noch elektrisch reisen und unsere Urlaubsziele danach aussuchen, ob es vor Ort eine nutzbare Ladeinfrastruktur gibt. Die Verbrennerzeiten sind vorbei.

    Ansätze

    Verschiedene Leute, mit denen ich in Matrei spreche, sagen: Fahr doch mal zum Nationalpark-Haus, die haben da auch ein Elektroauto, das lädt da immer. Ich fahre hin,

    um es mir anzuschauen. Kein Elektroauto zu sehen, ist wohl gerade unterwegs. Der Ladepunkt stellt sich als zwei schlichte Schukodosen heraus. Über Nacht OK, aber für Durchreisende und zum Mal-eben-Zwischenladen leider ungeeignet. Das würde viel zu lange dauern. Und man braucht zum Laden an Schuko ein Notladekabel. Hat auch nicht jeder.

    In Virgen gibt es eine tolle Sache: das Virger Mobil. Das ist aktuell ein vollelektrischer Renault Kangoo, mit dem ehrenamtliche FahrerInnen Virger BürgerInnen im Gemeindegebiet chauffieren, für 1 Euro pro Fahrt. Tolle Initiative! Wo der wohl geladen wird? Ich rufe in der Gemeinde an. Das Virger Mobil wird in der öffentlichen Tiefgarage in der Ortsmitte geladen, an einer 11kW-Ladestation. Das schaue ich mir doch gleich mal an.

    Sogar zwei Stellplätze sind reserviert, aber die Ladebox hat nur einen einzigen Anschluss, und sie ist mit einem Schlüsselschalter gesichert, also nicht öffentlich nutzbar. Wieso eigentlich nicht?

    Wenn schon eine Ladebox installiert wird, warum dann nicht gleich eine mit mindestens 2 Anschlüssen – und einer davon 22kW? Der Kangoo kann eh nur einphasig mit max. 3,7kW laden, dafür reicht auch ein weniger leistungsfähiger Anschluss. Der 22kW- Anschluss wäre dann für die Öffentlichkeit verfügbar. E-Autos, die diese Ladeleistung abrufen können, sind daran in einer Stunde wieder aufgeladen. Virgen wird sofort zum attraktiven Fahrziel. Das wäre doch toll, oder?

    Wenn ich dort hätte laden wollen/müssen, hätte meine nette Telefongesprächspartnerin etwas arrangiert, aber das wäre ein inoffizieller Ausnahmefall gewesen. Es gäbe ja keine Abrechnungsmöglichkeit. Aaah, immer diese Abrechnungsangst! Das scheint ein internationaler Virus zu sein. Liebe Bedenkenträger, die Stromkosten sind nun wirklich Peanuts! Wenn ihr mit einer öffentlichen Ladestation E-Touristen anlocken könnt, lassen die in ihrem Urlaub richtig Geld in der Region. Da fallen die paar € für Ladestrom doch überhaupt nicht ins Gewicht.

    Plädoyer für E-Tourismus

    Nur mal als Anhaltspunkt: Wir geben während unseres dreiwöchigen Urlaubs vor Ort ca. 2.000,- € aus, für Unterkunft, Gastronomie und diverse Einkäufe und kostenpflichtige Aktivitäten. Jetzt rechnen wir mal. Eine Vollladung sind bei der ZOE 22kWh. Die kWh kostet bei der TIWAG 15 ct. (Von solchen Strompreisen träumen wir in Deutschland.) Das sind also max. 3,30 € pro Vollladung. (Aber es wird ja nicht immer von ganz leer auf ganz voll geladen). Nehmen wir trotzdem an, wir würden jede Woche zwei Mal vollladen. Das reicht für über 300km die Woche. Sehr üppig, denn wir sind ja hier, um zu wandern und nicht, um herumzukutschieren. Aber mal angenommen. In 3 Wochen ergäben sich somit 19,80 € Ladekosten.

    Also aus Gemeindesicht: Für max. 20,- € Strom verschenkt (= in E-Tourismus investiert), aber 2.000,- € hereingeholt. Von daher: Macht’s euch einfach – gebt den Strom kostenlos ab und verbucht ihn unter Werbekosten, einen besseren ROI gibt es kaum! Dann braucht eine Ladestation auch keine teure und fehleranfällige Abrechnungstechnik und die Handhabung wird barrierefrei.

    Oder, wenn einem das nicht geheuer ist, investiert man halt in Abrechnungstechnik, aber für die Mehrkosten und Wartungskosten und Verwaltungskosten, die dafür anfallen, ließe sich auf Jahre hinaus der Strom auch kostenlos abgeben, ohne Stress für alle Beteiligten. Macht es einfach, einfach, einfach! Nur verrückte Early Adopters hantieren mit (teuren) eigenen mobilen Ladeboxen und diversen Adaptern und fragen beim Bauern, ob sie mal am Kraftstrom laden dürfen. Normale Leute brauchen einfache Lösungen: barrierefreie, verlässlich funktionierende Standardladesäulen ohne Schnickschnack. Keine Ladekarten, kein Schlüsselschalter – einfach das Ladekabel einstecken und gut.

    Damit kein Missverständnis entsteht: Niemand will hier schnorren. Ich bezahle meinen Ladestrom, wo immer es geht. Wenn es auf Spendenbasis ist, runde ich großzügig auf. Aber wenn es halt nicht praktikabel ist, eine Spendenbox aufzustellen und die Kosten für Abrechnungstechnik und Abrechnung in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten des abgerechneten Stroms stehen – dann kann es die beste Lösung sein, eine Ladestation als Werbeinvestition zu betrachten. Und zwar als eine, die sich lohnt.

    Hab ich schon erwähnt, dass E-Touristen keinen Lärm machen und die Luft auch nicht verpesten? Für eine Nationalparkregion die ideale Zielgruppe.

    Elektrisches Fahren in den Bergen

    Ich bin ja doch verblüfft. Mein Durchschnittsverbrauch in den Tiroler Bergen scheint geringer zu sein als zu Hause im Flachland. Erwartet hätte ich leicht höhere Werte. Jetzt hab ich’s nicht ganz genau, weil ich leider vergessen habe, vor den Bergen meinen Bordcomputer zu resetten. Aber nach dem Urlaub war der angezeigte Durchschnittsverbrauch leicht geringer als vorher. 13,9 kWh/100km. Und da ist noch ein kleiner Rest Winter drin. Ich schiebe es mal auf meine entspannte Urlaubsfahrweise.

    Bergauf zieht die ZOE ordentlich Leistung. 30-40kW sind da normal. Das schafft sie auch über längere Zeit und Strecke. Davon kann beim Bergabfahren natürlich nicht alles wieder rekuperiert werden, das ist ja ein verlustbehafteter Prozess. Beobachtet habe ich je nach Strecke permanente Rekuperationsleistungen zwischen 10 und 20kW, beim Bremsen noch mehr. Aber das kommt halt bergab zusätzlich wieder herein! Man

    verbraucht dann nicht nur nichts, sondern die Energie, die bei Verbrennern über die Bremsscheiben als Hitze verloren geht, wird beim Elektroauto zum guten Teil wiedergewonnen und in den Akku zurückgespeist. Sooo muss Technik!

    Gerade in den Bergen sind Elektroautos also besonders effizient im Vergleich zu Verbrennern. Ich genieße das sehr – genau deshalb bin ich ja mit der ZOE hergefahren. Jede Bergabfahrt macht mein Lächeln immer noch breiter. Am Ende vom Urlaub passt es gar nicht mehr in den Rückspiegel. 😉

    Fazit

    Urlaubsreisen mit der ZOE? Geht wunderbar. Der entschleunigte Rhythmus von abwechselnd eine/anderthalb Stunden Fahren und dann eine halbe bis eine Stunde Laden in Verbindung mit gemütlichen Geschwindigkeiten und Fahrten abseits der Autobahnen hat sogar meiner Liebsten gefallen. Der Partner Acceptance Factor ist auf dieser Reise signifikant gestiegen. Das finde ich richtig gut. :-)

    Meine konservative Ladeplanung führte fast immer zu großzügigen ungenutzten Reserven. Mit mehr Risikofreude hätten die Ladezeiten noch deutlich verkürzt oder die gefahrenen Streckenabschnitte verlängert werden können. Das hätte die Reisezeit nochmal verringert. Aber wenn dann Ladesäulen nicht funktionieren oder zugeparkt sind…

    Wir brauchen noch viel mehr Ladesäulen, vor allem Schnelllader an den Autobahnen, und zwar redundant.

    Urlaubsorte sollten öffentliche Lademöglichkeiten schaffen. Sehr bald. Sonst wandert eine attraktive Zielgruppe ab oder kommt gar nicht erst.

    Elektroautos sind in den Bergen super effizient. Alpen? Kein Problem! Vorsicht, das Dauerlächeln macht Falten.

  • Tipps im Umgang und zur Fahrweise mit FLUGS

    Jan SchäferWer regelmäßig Autos mit einem konventionellen Antrieb fährt, muss bei E-Fahrzeugen etwas umdenken. Es bedarf eines vorausschauenden Fahrens, das etwas Übung erfordert. Dies beginnt bereits bei der Planung von Route und Zeit. Die Reichweite – zwischen 100 und 200 km je nach Model, ein Tesla schafft 450 km – bedingt, sich bereits vor Fahrbeginn einen Überblick nach Tankmöglichkeiten zu verschaffen. Im Falle von Kurzstrecken im Bezirk ist das unproblematisch. Bei längeren Strecken ist das absolut ratsam, obwohl viele Autos mit einem internetbasierten Navigationssystem ausgestattet sind.

    Was tatsächlich zu ersten Irritationen beim Starten führen kann, dass die Batterieanzeige trotz Volltankens nicht die optimale Reichweite anzeigt. Das begründet sich durch den Bordcomputer, der aus den vorangegangenen Fahrten einen Durchschnittsverbrauch ermittelt und diesen auf die Reichweite umlegt. Bergauf oder „unter Last“ verbraucht das E-Auto entsprechend Energie. Automatisch sinkt die Reichweite. Jedoch relativiert sich diese z. B. bei jedem Bremsvorgang, da diese Kraft wieder in nutzbare Akkuleistung umgewandelt wird. Nach ein paar Fahrten bekommt man ein Gefühl dafür und weiß, wie es funktioniert.

    Gerade bei längeren Strecken können Situationen entstehen, die für einen gewöhnlichen „Konventionell-Antriebs-Lenker“ zur Herausforderung werden: Stau, Hitze, Kälte oder gar die letzte E-Tankstelle nicht genutzt. Es beginnt ein Spiel mit der Tankanzeige, besonders, wenn man im Hinterkopf hat, welche Stromverbraucher wie Licht, Klimaanlage, Gebläse oder Multimedia-Device ebenfalls vom Akku gespeist werden. Wir haben ein paar Fakten von erfahrenen E-Auto-Lenkern zusammengestellt, die für entspanntes, aber wie gesagt vorausschauendes Fahren sorgen sollen:

    Im ECO–Modus zieht die Klimaanlage (nach einer Anlaufphase) max. 1 kW. Damit könnte man theoretisch einen ganzen Tag lang im Stau stehen ohne, dass nennenswert der Akku entleert wird. Jedoch: Ohne ECO-Modus kann die Klimaanlage bis zu 3 kW verbrauchen!

    Das Gebläse verbraucht höchstens 100 W. Das ist für den Verbrauch unkritisch, selbst an heißen Tagen.
    Wenn der Innenraum runtergekühlt ist, geht auch die von der Wärmepumpe benötigte Leistung runter. Die Leistungsanzeige (bei FLUGS rechts auf der Armatur kann dann sogar 0 kW anzeigen.
    Radio, Licht und andere Bordenergieverbraucher werden aus der kleinen 12-V-Batterie gespeist. Diese wird zwar vom Antriebsakku nachgeladen, aber auch dieser Verbrauch ist zu vernachlässigen. Das macht bei 120 km Reichweite nur ein bis zwei Kilometer aus.

    E-Auto fahren ist also Gewöhnungs- und Erfahrungssache. Mit der Zeit wird man entspannter, wenn man weiß, wie die beiden Anzeigen – Reichweite und Leitung – zu deuten sind. Und ist man ehrlich: Wie ist es einem bei den ersten Fahrten in einem konventionell angetriebenen Wagen ergangen? Das Aufleuchten von Serviceleuchten hat irritiert, und wenn das Signal des Reservetanks ertönte, kam auch Unruhe auf verbunden mit Berechnungen zur Reichweite.

    Es ist alles eine Sache der Übung, des Vertrauens und des Kopfes. Gute Fahrt mit dem FLUGS!

  • E-Carsharing FLUGS ein Projekt im Sinne von Tirol 2050

    E-Carsharing FLUGS ein Projekt im Sinne von Tirol 2050 Was mit einer Idee während des Prozesses „Vordenken für Osttirol“ begann, durch den Verein „Energie-Impulse Osttirol“ ehrenamtlich umgesetzt wurde und schließlich von der Regionalenergie Osttirol, als neuer Träger, kontinuierlich ausgebaut wird, steht im Einklang mit dem Programm energieautonomes Tirol 2050. Das E-Carsharing FLUGS, was mehr ist als ein Verkehrskonzept – die Verbindung von Mobilität und identitätsstiftenden Gemeinschaftsgedanken – findet schon seit längerem über die Grenzen des Bezirks hinweg Beachtung. Nun reiht sich das E-Carsharing made in Osttirol mit einem Bericht neben vielen anderen zukunftsorientierten Projekten auf die Homepage von Tirol 2050 ein.Den Beitrag finden Sie hier

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